Ubuntu und das fehlende root-Password

09. Juli 2008

Anders als andere Linuxe gibt es bei Ubuntu erst mal kein Pass­wort für den Benut­zer root. Admi­nis­tra­ti­ons­auf­ga­ben erle­digt der Haupt­an­wen­der, der sich mit­tels sei­nes eige­nen Pass­wor­tes vor Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen als berech­ti­ger Superan­wen­der (sudo-User) legi­ti­mie­ren muss.

Ein etwas unüb­li­ches Sys­tem, dass mir aber bis­her als völ­lig unpro­ble­ma­tisch erschien, von der Klei­nig­keit ein­mal abge­se­hen, dass man sudo su statt su ein­ge­ben muss um sich zum Supe­r­u­ser zu befördern.

Doch heute begrüßte mich nach einem Sys­tem­ab­sturz die Kon­sole mit Mel­dun­gen wie:

… run fsck manu­ally …
… give root pass­word for main­ten­ance or press CTRL+D to continue …

…weil eine Fest­platte nicht sau­ber zurück­ge­schrie­ben wurde. Doch wie gibt man ein root-Passwort ein, wenn man kei­nes hat? Natür­lich gar nicht. Statt­des­sen erin­nern wir uns an das, was wir ein­mal vom Boot­ma­na­ger grub gelernt haben. Damit kann man auch eine shell starten.

Also erst mal mit Ctrl+D wei­ter und einen erneu­ten Sys­tem­start initiiert.

  • Bei der Anzeige des grub-Bootmanagers mit ‚e‘ in den Edi­tier­mo­dus wechseln.
  • Zur Zeile die mit „ker­nel…“ beginnt wech­seln. In die­ser Zeile wird fest­ge­legt, wel­chen Ker­nel grub aus­wählt und wel­che Boot­pa­ra­me­ter ver­wen­det wer­den. Wir möch­ten hier ein zusätz­li­ches Boot­pa­ra­me­ter ein­tra­gen um das boo­ten einer bash zu erreichen.
  • Mit ‚e‘ edi­tie­ren wir die aus­ge­wählte Zeile
  • Nun zum Ende der Zeile wech­seln. Dort befin­den sich die Bootparameter.
  • Die Boot­pa­ra­me­ter sind durch Leer­zei­chen getrennt und meist ein ein­zel­nes Wort (z.B. nola­pic) oder ein Aus­druck (e.g. acpi=off).
  • Am Zei­len­ende wird nun ein­ge­ge­ben init=/bin/bash und mit der Return­taste bestä­tigt.
    Tipp für Nut­zer deut­scher Tas­ta­tu­ren, das = befin­det sich auf der Taste — links neben der rech­ten Umschalt­taste und das = befin­det sich auf ´links neben der Backspacetaste.
  • Danach ‚b‘ ein­ge­ben um die geän­derte Kernel­ein­stel­lung zu booten.

Diese Ände­rung der Boot­pa­ra­me­ter ist nicht per­ma­nent und wird des­halb nach dem nächs­ten Boo­ten nicht mehr gelten.

Nach der Ände­rung der Boot­zeile neu boo­ten: Voila — man hat eine bash-Shell.

Ketzt kann fsck manu­ell auf­ge­ru­fen wer­den und die Fest­platte wird vom Sys­tem überprüft.

siehe auch:

Um obige Pro­bleme zu ver­mei­den kann man auch ein­fach den Benut­zer root — den es unter Ubuntu ja auch gibt — ein­fach ein pass­wort zuweisen:

sudo su

passwd

2 Antworten zu “Ubuntu und das fehlende root-Password”

  1. Comment von Alexander — 30. September 2008 @ 15:17
    1

    Vie­len Dank, der Tipp hat mir sehr geholfen!

  2. Comment von Franz — 14. Mai 2009 @ 13:47
    2

    super work-around. Danke für die Info

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